Schikane im Unternehmen - Teil III - (Probieren wir es noch mal...)

Nun sind ja schon ein paar Tage ins Land gegangen. Und ich kann sagen, dass sich in dieser Angelegenheit nicht mehr viel getan hat. An dem Mittwoch, wo ich meine Kündigung eingereicht hatte, habe ich noch ein paar Gespräche mit meinem Chef geführt, bei denen es um die Kündigungsformalitäten ging. Unter anderem wurde mir der Freitag als Ausreisetermin genannt. Verdammt, dachte ich, Freitag war der Grillabend im Utako Camp und es blieb mir auch keine Zeit mich von meinen Kollegen zu verabschieden. Naja, das musste ich dann so hinnehmen. Schließlich kann ich verstehen, dass sie keine weiteren Euros in meine Unterkünfte oder so was stecken möchten.

Am späten Mittwochnachmittag kam dann der Chef von HR auf mich zu und hat mich um ein Gespräch gebeten. Wir sind in sein Büro gegangen und er fing an zu reden. Das er in seiner Laufbahn so etwas noch nicht erlebt hat, dass ein Konflikt zwischen zwei Mitarbeitern in so kurzer Zeit so heftig eskaliert, dass es mit der Kündigung eines Mitarbeiters endet und somit ein Problem mit dem Unternehmen entsteht. Wenn der gute Herr mich da auch mal zu Wort gelassen hätte, dann hätte ich es ihm auch groß und breit erklärt, aber stattdessen erzählt er mir noch, dass er nicht eingegriffen hätte, weil er das falsch eingeschätzt hat. Nebenbei mal angemerkt: Er befand sich in jeder Mail in Cc! Weiterhin meinte er dann noch, dass Herr F. ja total in Arbeit ertrinken würde, sowie den beschissensten und undankbarsten Job im ganzen Unternehmen hätte. Und das bekannt ist, dass Herr F. erhebliche Defizite in Sachen Kommunikation und Einfühlungsvermögen besitzt. Na toll, es ist bekannt und niemand macht was dagegen, dachte ich, weil ich auch hier nicht zu Wort gekommen bin. Zuletzt meinte er dann noch, dass er schon einige Zeit ein Art Kommunikationstraining mit Herrn F. probiert. ...Na, das war ja mächtig erfolgreich... Irgendwann sagte er mir, dass er nicht glauben kann, dass jemand allein wegen so etwas kündigen würde. Richtig, da hab ich ihm beigepflichtet.

Warum soll ich mir das Alles hier antun?! Den Konflikt mit Herrn F., welcher mit großer Wahrscheinlichkeit dazu führt, dass ich selbst in 10 Jahren noch keine Unterkunft im Life Camp habe und stattdessen nur so eine kleine Container-Wohnung habe werde, welche total ab vom Leben hier liegt. Oder das Wissen, dass das Unternehmen bzw. das Management so linke Spielchen toleriert und die Leute im Stich lässt - bis heute wurde in dieser Sache, wie erwartet, kein weiteres Wort mehr darüber verloren. Oder das keine Rücksicht auf verletzte oder kranke Mitarbeiter genommen wird und dieser vollkommen alleine mit seinen Problemen da steht. Oder das mangelnde Interesse an der Einarbeitung und dem Einsatz meiner Fähigkeiten, sowie das ständige Blocken von den älteren Kollegen in der IT gegenüber neuen Ideen und Technologien, was einem Kampf gegen Windmühlen gleicht. Dazu kommt das es an allen Ecken und Enden im Unternehmen in Sachen Organisation und Prozessabläufe hapert, aber niemand gewillt ist, Verbesserungen durchzusetzen. Warum soll ich mich mit sowas rumplagen?! Das ist verschenkte Zeit für mich. Gerade wegen meiner todkranken Mutter, deren zukünftige Lebenserwartung ziemlich unsicher ist. Da bin ich lieber an der Seite meiner Familie, verbringe lieber die Zeit mit meiner Familie und unterstütze sie in den kommenden schweren Zeiten. Ab da hatte es auch der Personalchef verstanden, warum ich so gehandelt hab.

Am Ende des Gespräches fragte er mich dann, was man denn machen müsste damit ich mir das mit der Kündigung noch einmal überlege. Ich habe geantwortet, dass ich keinen Stress mehr haben will mit irgendwelchen Umzügen in irgendein Drecksloch. Ich bin gerne bereit aus dem Hotel auszuziehen, wenn man mir eine vernünftige und saubere Unterkunft anbieten würde. Ansonsten will ich einfachmeine Ruhe haben und nicht weiter genervt werden. Da hat der Personalchef kurz den Herrn F. angerufen und ich wurde wieder im Hotel einquartiert. Und als zweiten Punkt wollte ich, dass meine Einarbeitung stärker als bisher voran getrieben wird. Denn bis dato hatte ich weder irgendwelche Einweisungen erhalten oder produktiv gearbeitet. Und 10 Stunden täglich dumm rumsitzen machen mir keinen Spaß... Jedenfalls einigten wir uns darauf, dass ich es mir noch einmal überlege mit der Kündigung, wenn das mit der Unterkunft geregelt wird. Er würde die Kündigung auf seinen Schreibtisch liegen lassen und ich sollte ihm am Anfang der kommenden Woche meine endgültige Entscheidung mitteilen.

Dank eines Feiertages, dem Democracy Day in Nigeria, welcher auf den Samstag fiel, gab es für uns ein langes Wochenende. Denn der Nigerianer an sich will ja auch arbeitsfrei haben. Also wird kurzerhand beschlossen, dass auf einen Feiertag an einem Wochenende ein freier Montag folgt. So hatten wir Samstag, Sonntag und Montag frei. Das ist eine Regelung, die man auch in Deutschland ganz gut übernehmen könnte! ;o)

Das folgende Wochenende war ganz gut verplant. Am Freitagabend gab es ein BBQ im Utako Camp mit einem Abschluss in der berühmt berüchtigten Elephantbar des Sheraton Hotels, aber davon erzähle ich noch mal in einer der kommenden Beiträge. Genauso wie der sonntägige Grill-Ausflug zu den Wasserfällen und einer verpassten Buschtour am Montag. Jedenfalls konnte ich an dem Wochenende ausreichend abschalten und nachdenken. Am Dienstag habe ich meine Kündigung dann wieder zurückgezogen.

Liebe Leute, ich bleibe also noch etwas hier unten! ;o)

Ich habe für mich persönlich dafür entschieden, dass ich mich noch nicht geschlagen gebe und dass ich noch mehr von Afrika, Nigeria und der Landschaft sehen will. Denn wer weiß, ob ich jemals wieder die Gelegenheit dazu habe... ;o)

24.6.10 21:00

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


abolition (5.3.11 12:36)
Was deine Unterhaltung mit dem Perso-Chef angeht, so kann ich dir sagen das dieser abgewrackte EX-Richter keinerlei Einfühlungsvermögen noch in irgendeiner Weise die Kompetenz besitzt auf Mitarbeiter einzugehen oder zu helfen. Er zitiert seine Paragraphen rauf und runter, die jenseits der eigentlichen Sachlage sind und neigt sogar einzuschüchtern. Du, Ich und viele andre sind nicht die einzigen die sich über Ihn beschweren. Sein Tisch läuft über von Beschwerden die von Mobbing bis zu sexuellen Diffamierungen gehen und ist so hilflos überfordert das es Dinge unverschämter Weise runterspielt! Ein Versager vor dem Herrn.

Aber demnächst werden einige junge Expats Beweismaterial ansammeln und den 2 Managing Directors in schriftlicher Form androhen zu veröffentlichen, wenn sich in Richtung ETHIK in dieser Firma nichts tut!

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